Batterien und Ihre Tücken

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Der 808er
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Batterien und Ihre Tücken

Beitrag von Der 808er » Mo 24. Jun 2013, 21:57

Moin Gemeinde,

bin mal wieder auf ein interessanten Fall von falsch verbauter Technik gestoßen.

Also wir benötigen alle 12 Volt in unseren Autos und daher haben wir alles Zusatzakkus ( fälschlicherweise als Batterien bezeichent) in den Fahrzeugen verbaut.

Die Einbauorte der Akkus sind wichtig da diese Orte immer gut belüftet sein müssen und bei der Ladung auch immer die richtigen Ladegeräte gewählt werden sollten.

Die unten angehängten Bilder zeigen Akkus die in einen luftdichten Fach installiert waren und dort auch geladen wurden. Die Zerstörung des Akkus wurde durch zwei Faktoren ausgelöst.

a) Bei jeder Ladung von Säureakkus entsteht Knallgas !!

Zur Info:
Knallgas, im englischen Sprachraum auch Oxyhydrogen genannt, ist eine detonationsfähige Mischung von gasförmigem Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2). Beim Kontakt mit offenem Feuer (Glut oder Funken) erfolgt die sogenannte Knallgasreaktion. In Luft unter atmosphärischem Druck muss der Volumenanteil des Wasserstoffs dabei zwischen 4 und 77 % liegen. Werden diese Grenzwerte unter- bzw. überschritten, kommt es nicht mehr zu einer Explosion/Detonation. Durch kontrollierte Verbrennung an einer Mischdüse kann eine kontinuierliche Knallgasflamme erzielt werden.

Bei der Wasserelektrolyse erfolgt die Aufspaltung mit Hilfe von elektrischem Strom. Die Elektroden tauchen in Wasser ein, das durch die Zugabe von etwas Säure, bevorzugt Schwefelsäure, oder Lauge elektrisch leitfähiger gemacht wurde. Sicherheitshalber werden die von den zwei Elektroden hochperlenden Gase getrennt - also der Wasserstoff über der Kathode (Minuspol) - aufgefangen, Auch die Verwendung von Kochsalz als Elektrolyt ist möglich, wobei je nach verwendeten Elektroden und Stromdichte neben bzw. anstatt Sauerstoff auch Chlor entsteht.

b) Das Ladegerät welches verwendet wird ist defekt oder für die Ladung der vorhandenen Akkus nicht geeignet !!!

Zur Info:
Einfache Ladegeräte

Schlichte Ladegeräte laden einen Akku mit konstantem Strom (z.B. Nickel-Cadmium-Akkus) oder konstanter Spannung (z.B. Bleiakkumulatoren). Sie besitzen keine weiteren Einrichtungen zur Steuerung, Überwachung und Beendigung des Ladevorgangs und verfügen gelegentlich über eine zeitgesteuerte Abschalteinrichtung. Für viele Akkus sind Ladezeit und Ladestrom angegeben, sodass die Ladung bei Kenntnis des Entladezustandes annähernd richtig erfolgen kann. Schnellladung und eine Ladezustandsüberwachung sind mit diesem Gerätetypus nicht möglich.


"Intelligente“ Ladegeräte

So genannte intelligente Ladegeräte verfügen über eine komplexere Ladeschaltung (Elektronik) oder über einen eingebauten Mikrocontroller und können dadurch aufwendigere Ladeverfahren realisieren, beispielsweise das Akkuladen durch Stromimpulsen. Eine exakte Erkennung der Volladung des angeschlossenen Akkus aufgrund des Gasungsbuckels erlaubt die sichere Schnellladung ohne die Gefahr einer akkulebenszeitverkürzenden Überladung. Weitere Eigenschaften sind zum Beispiel die automatische Entladung der Akkus vor Ladebeginn, eine Cycle-/ Alive-Funktion (mehrmaliges Laden und Entladen zur Regeneration der Zelle) oder das automatische Umschalten auf Erhaltungsladung nach Ladeende.

Gute Ladegeräte für einzelne Zellen besitzen eine Einzelschachtüberwachung oder überwachen zumindest die Akku-Zellen paarweise. Bei der Einzelschachtüberwachung wird der Zustand einer jeden Akkuzelle genau analysiert und der Ladestrom/ die Ladespannung dem Akkuzustand entsprechend angepasst. Bei Paarladern hingegen werden zwei Zellen gleichermaßen überwacht. Legt man in diesen zwei unterschiedliche Zellen ein (einen beinahe leeren sowie einen nahezu vollen Akku), wird der volle Akku längere Zeit überladen (oder der leere Akku nicht vollständig aufgeladen). Teils erkennt das Ladegerät den sogenannten Gasungsbuckel auch nicht mehr richtig, wobei dann beide Zellen massiv überladen werden - falls nicht weitere Sicherheitsmaßnahmen wie eine Timer-Abschaltung oder die Temperaturüberwachung den Ladevorgang beenden. Über mehrere Ladevorgänge gesehen zerstört dies das elektrochemische System im Akku und macht die Zelle unbrauchbar. Sie verliert an Kapazität und ist nicht mehr belastbar. Durch eine massive Überladung kann sich im Inneren des Akkus durch Gasbildung Druck aufbauen. Wird er zu groß, löst er ein Sicherheitsventil aus, sodass Gase und Elektrolyt austreten. Das ist eine Sicherheitsfunktion, um den Akku vor Explosion bzw. Bersten zu schützen.



!!! Also Fazit : Bitte beachtet alle Einbauorte und Sicherheitshinweise für die Verwendung und den Verbau von Akkumulatoren !!!!

PS: In diesem Fall ist nichts passiert, aber Knallgas kann auch ganz leicht ein geliebtes Fahrzeug und/oder auch die Insassen verbrennen !!!!!
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Schöne Grüsse aus dem gallischen Dorf Feldhausen
euer "Der alte Mann" Lars
Wo Feuer ist,ist auch Qualm und wo Qualm ist, ist mein 808 nicht weit !!!
Der Vorteil ist bei einem 808 : GROSS-LANG-BREIT-HOCH-PLATZ-jetzt auch schnell

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